Nervosität: Ursachen

Nervosität bringen viele Menschen mit der typischen Prüfungsangst in Verbindung – es sind jedoch noch viele andere Ursachen möglich. So ist Nervosität beispielsweise auch ein Symptom von Stress oder die Folge von übermäßigem Kaffeegenuss. Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Ursachen von Nervosität.

Nervosität: Welche möglichen Ursachen gibt es?

Frau rauft sich die Haare, weil sie Aufgaben bewältigen muss, die Nervosität verursachen

Für Nervosität und innere Unruhe kommen die verschiedensten Ursachen infrage. Beispielsweise können belastende Situationen, wie eine anstehende Prüfung, Menschen den Schweiß auf die Stirn treiben und ihnen nachts den Schlaf rauben. Doch auch zu viel Hektik im Privat- und Berufsleben äußert sich oft in steigender Nervosität und innerer Unruhe. In dem Fall tritt Nervosität im Zusammenhang beziehungsweise als Symptom von Stress auf. Daneben können auch die Lebensgewohnheiten sowie körperliche und psychische Erkrankungen die Ursache sein, wenn Nervosität zum ständigen Begleiter wird.

Nervosität durch belastende Situationen und Stress

Im Alltag lauern viele Situationen, die Angst auslösen und uns unter Druck setzen können – und dadurch zu Nervosität und innerer Unruhe führen. Konkret kommen dabei unter anderem folgende belastende Situationen als Ursache infrage:

  • Prüfungen, auch Leistungsüberprüfungen in der Arbeit
  • ein anstehendes Gespräch mit dem Vorgesetzten
  • Vorstellungsgespräche
  • eine Rede oder Präsentation halten
  • Konflikte mit dem Partner oder in der Familie

Ein gewisses Maß an Nervosität ist dabei normal und lässt von alleine wieder nach, sobald die Situation überwunden wurde. Nimmt die Nervosität jedoch überhand und wird zur Belastung, steckt oft die Befürchtung dahinter, einer Situation nicht gewachsen zu sein oder andere Menschen zu enttäuschen. Auch die Sorge vor negativen Folgen wie einer Kündigung oder Trennung führt oft zu steigender Nervosität vor wichtigen Terminen.

Doch auch ein zu hoher Leistungsanspruch an sich selbst, eine chronische Überarbeitung oder andere Ursachen für Stress können Nervosität als Begleiterscheinung hervorrufen. Dazu gehören beispielsweise Überlastung am Arbeitsplatz, Termindruck oder Sorgen vor der Zukunft.

Es müssen jedoch nicht immer negativ oder mit Ängsten behaftete Ereignisse sein, die eine innere Anspannung hervorrufen. Auch eigentlich positive Erlebnisse wie ein Umzug, auf den man sich lange gefreut hat, können die Ursache sein. In solchen Fällen wird die Nervosität meist positiv als Vorfreude wahrgenommen. Überwiegen dagegen die negativen Gedanken, steckt womöglich ebenfalls eine gewisse Unsicherheit dahinter, da man ja nie sicher weiß, ob alles gut geht.

Nervosität durch Lebensgewohnheiten

Die Art, wie wir unser Leben führen, hat großen Einfluss auf unsere Gemütsverfassung. Dabei spielt die Ernährung eine wichtige Rolle – genauer gesagt die Getränke. Kaffee und seine Variationen wie Cappuccino und Espresso sind als Wachmacher bei vielen Menschen beliebt. Im Übermaß genossen verursachen sie jedoch schnell Nervosität. Ähnliches gilt für Energy-Drinks, die durch ihren süßen Geschmack sehr Softdrinks ähneln. Dadurch wird schnell unterschätzt, wie viel Koffein und Taurin enthalten ist. Bei letzterem handelt es sich um ein Abbauprodukt zweier Aminosäuren, das in gewissen Mengen vom Körper selbst produziert wird und in Nahrungsmitteln vorkommt. In Energy-Drinks soll es die Wirkung des Koffeins verstärken.

Eine weitere Ursache für Nervosität im Alltag ist beispielsweise ein Entzug beziehungsweise eine Entwöhnung vom Rauchen. Darüber hinaus können verschiedene Medikamente nervöse Unruhezustände als Nebenwirkung haben. Bei Unsicherheit können Sie Ihren Arzt um Rat fragen. Setzen Sie bitte ein vom Arzt verordnetes Medikament jedoch nie eigenmächtig ab.

Nervosität hat ihre Ursache oft auch in Reizen aus der Umgebung. Eine anhaltende Lärmbelästigung, beispielsweise durch eine Baustelle direkt vor dem Fenster, zerrt an den Nerven und begünstigt so nervöse oder überreizte Reaktionen.

Nervosität-Ursachen: Psychische Erkrankungen

Bei psychischen Erkrankungen ist Nervosität als Symptom häufig anzutreffen. Das ist unter anderem der Fall bei:

  • Angststörungen
  • Depressionen
  • Schizophrenie
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Burnout

Beim Burnout ist der Übergang von Stress und Überarbeitung hin zur chronischen Überlastung und Antriebslosigkeit fließend. Betroffene können sich kaum erholen, selbst wenn sie sich Zeit dafür nehmen. Von alleine ist es schwer, da wieder hinauszukommen, daher gehört die Behandlung in die Hände eines Facharztes.

Weitere Ursachen: Nervosität als Folge von körperlichen Veränderungen & Krankheiten

Bei Frauen sind körperliche Veränderungen wie die Wechseljahre oder das prämenstruelle Syndrom (PMS) mögliche Ursachen für Nervosität und innere Unruhe. Der Grund dafür sind vermutlich hormonelle Veränderungen oder ein hormonelles Ungleichgewicht.

Gerade bei einem langanhaltenden Zustand der Nervosität und inneren Unruhe können auch verschiedene körperliche Erkrankungen die Ursache sein. Denkbar sind unter anderem:

  • eine Schilddrüsenüberfunktion
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck
  • Demenz (vor allem im fortgeschrittenem Alter)
  • Diabetes, speziell bei Unterzuckerung

Häufig tritt Nervosität dann nicht als einziges Symptom auf, sondern es kommen noch andere, für die Grunderkrankung typische Beschwerden hinzu. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind das beispielsweise Kopfschmerzen, Schwindel oder Ohrgeräusche. Mit der Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung bessern sich meist auch die Beschwerden Nervosität und innere Unruhe.