Innere Unruhe nicht auf die leichte Schulter nehmen


Wer von innerer Unruhe betroffen ist, hat mit einer großen Belastung zu kämpfen. Die Gedanken kommen niemals zur Ruhe, die Chance auf Erholung oder konzentriertes Arbeiten rückt in weite Ferne. Ohne sich bewusst dafür zu entscheiden, stehen Menschen mit innerer Unruhe dauerhaft unter Strom: Sie finden weder gedanklich noch körperlich Erholung und fühlen sich regelrecht zur Aktivität gedrängt. Meist dauert es dann nicht lange, bis die innere Unruhe beginnt, sich auch in weiteren Beschwerden wie Zittrigkeit, Schweißausbrüchen oder Kopfschmerzen zu äußern.

Was Sie dabei als Betroffener auf keinen Fall vergessen dürfen: Mit der inneren Unruhe und ihren Symptomen müssen Sie sich nicht abfinden. Wird die Belastung für Sie zu groß oder kommen noch andere Beschwerden hinzu, gehen Sie zum Arzt: Er kann Sie genau untersuchen und den Auslösern auf die Spur kommen. Mit der passenden Behandlung wird die innere Unruhe bald der Vergangenheit angehören.

Innere Unruhe: Schilddrüse, Wechseljahre und weitere Ursachen


In den meisten Fällen ist innere Unruhe auf zu viel Stress zurückzuführen. Die Betroffenen stehen bereits so lange unter Druck, dass sich der Körper an diesen Ausnahmezustand und die ständige Überforderung gewöhnt hat. Er rechnet daher permanent mit hoher psychischer Belastung – auch dann, wenn eigentlich Erholung möglich wäre. Die automatische Reaktion: Unruhe.

Neben dem Stress können aber auch andere psychische Faktoren zur Entstehung von innerer Unruhe beitragen. Depressionen oder auch Erkrankungen wie Angst- oder Persönlichkeitsstörungen versetzen die Betroffenen in Angst oder Unruhe und vermitteln ihnen ein Gefühl der Überforderung.

Doch die Entwicklung von innerer Unruhe beschränkt sich keineswegs nur auf psychische Gegebenheiten. Auch körperliche Beschwerden oder Erkrankungen können sich in Form von innerer Unruhe äußern. Zu den möglichen Ursachen gehören unter anderem:

  • Wechseljahre Auch die Wechseljahre können für innere Unruhe verantwortlich sein. In dieser Phase des Lebens stellen sich der Körper und die Hormone einer jeden Frau um – auch über die letzte Monatsblutung hinaus. Manche Frauen haben durch die Wechseljahre mit gesundheitlichen Einschränkungen zu tun: Innere Unruhe, Hitzewallungen und depressive Verstimmungen können ihnen das Leben schwermachen.
  • Schwankungen im Hormonhaushalt Nicht nur die Wechseljahre bringen die Hormone gehörig durcheinander, auch vergleichsweise geringfüge Veränderungen im Hormonhaushalt, wie sie beispielsweise beim Prämenstruellen Syndrom (PMS) kurz vor Eintreten der Periode entstehen, können großen Einfluss auf die Gesundheit der betroffenen Frauen haben. Zu den möglichen Beschwerden zählen Stimmungsschwankungen, Heißhunger, Bauchschmerzen und eben auch innere Unruhe.
  • ADS und ADHS Beim Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom oder Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom sind Betroffene – Kinder wie Erwachsene – in ihrer Konzentration beeinträchtigt. Sie lassen sich leicht ablenken, verhalten sich impulsiv und sind meist ungeduldig. Zu den Symptomen zählt neben Verträumtheit oder Hyperaktivität auch die innere Unruhe.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen Niedriger Blutdruck oder Erkrankungen des Herzens können ebenfalls zu innerer Unruhe führen. Treten infolge einer Beeinträchtigung des Herzens Beschwerden wie Herzrasen, Engegefühl in der Brust oder Schwindel auf, ruft das unweigerlich Gefühle der Nervosität oder inneren Unruhe hervor. Ist die Ursache behoben, sind sie jedoch meist auch schnell wieder verschwunden. Wichtig: Bei einem Verdacht auf Herzinfarkt sofort den Notarzt rufen!
  • Diabetes Das Gefühl der inneren Unruhe ist auch Menschen, die unter Diabetes leiden, bekannt. Besteht eine akute Unterzuckerung, äußert sich das in der Regel in Form von starkem Schwitzen, Zittern, innerer Unruhe sowie dem typischen Heißhunger. In diesem Zustand ist es wichtig, schnell wirksame Kohlenhydrate wie beispielsweise Orangensaft aufzunehmen, um den Blutzuckerspiegel wieder zu normalisieren. Daraufhin verschwindet auch die innere Unruhe.
  • übermäßiger Konsum von Genussmitteln Schnell noch ein Tasse Kaffee, eine kleine Zigarette oder ein Gläschen Wein? In Maßen hat das noch keine sofortigen Auswirkungen auf den Körper. Wer es allerdings übertreibt, bekommt die Folgen schnell zu spüren: Zittern, Nervosität und innere Unruhe machen sich breit.
  • innere Unruhe durch die Schilddrüse Die Hormone der Schilddrüse wirken auf eine Vielzahl der Organe und Stoffwechselvorgänge im Körper. Produziert die Schilddrüse eine zu große Menge, hat das demzufolge weitreichende Auswirkungen: Die betroffenen Systeme arbeiten weitaus gesteigert, der Körperstoffwechsel läuft auf Hochtouren. Wer an einer Schilddrüsenüberfunktion erkrankt ist, bekommt daher meist einige unangenehme Beschwerden zu spüren – zum Beispiel innere Unruhe, starkes Schwitzen und Gewichtsverlust.

Wenn die Schilddrüse Probleme macht

Sophia fühlt sich schnell gestresst, ist unruhig und psychisch weniger belastbar. Der Grund ist eine Hashimoto-Thyreoiditis (Schilddrüsenentzündung). Im Podcast teilt die Betroffene ihre Erfahrungen.

Um längerfristige, psychische Beeinträchtigungen zu vermeiden und körperliche Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen, ist es wichtig, auftretende Beschwerden beim Arzt abklären zu lassen. Mittels spezieller Untersuchungsverfahren kann er die Auslöser der inneren Unruhe entlarven und eine auf Ihre Bedürfnisse maßgeschneiderte Behandlung beginnen – ob nun Schilddrüse, Wechseljahre oder ein anderer Faktor dahinterstecken.

Innere Unruhe: was hilft?

Sie möchten wissen, was Sie gegen Ihre Unruhezustände unternehmen können? Die Antwort: Einiges! Holen Sie sich hier die besten Tipps.

Auch interessant:
Jenni Graf Könnte Jenni Graf Blut sehen, wäre sie Ärztin geworden – da das aber leider nicht der Fall ist, hat sie sich für den deutlich unblutigeren Beruf der Medizinredakteurin entschieden. Nach ihrem Medizinjournalismus-Studium stieß sie 2016 zu kanyo®. Jenni Graf Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren