Stressfaktoren im Alltag: ständig überfordert und belastet?

Überforderte und überlastete Frau verzweifelt über ihren Aufgaben: Stressfaktor Arbeit

Unter Stress zu stehen, ist ein Zustand, den die meisten Menschen kennen und als zutiefst unangenehm beschreiben. Er wird zur zusätzlichen Belastung, macht den Alltag zur Herausforderung – und ist ein deutliches Alarmsignal des Körpers: Er ist überfordert. Dann gilt es vor allem herauszufinden, welche Stressfaktoren besonders starke Auswirkungen auf das Wohlbefinden haben, um sie dauerhaft und effektiv zu beseitigen. Doch was kommt als Stressauslöser überhaupt infrage?

Stressfaktoren im Alltag sind breit gefächert

Wer sich beruflich überfordert fühlt, Probleme mit dem Partner hat oder unter chronischen Schmerzen leidet, für den ist Stress kein Fremdwort. Die emotionale und psychische Belastung ist so hoch, dass sie nicht mehr so einfach auszugleichen ist und oftmals selbst zum Problem wird. Die Betroffenen kommen niemals zur Ruhe, fühlen sich dauerhaft belastet und finden auch in hart erkämpften Pausen keine Erholung.

In den meisten Fällen steckt dahinter die Angst, eine beruflich oder privat äußerst wichtige Aufgabe nicht bewältigen zu können. Der Gedanke an die möglichen Konsequenzen des befürchteten „Versagens“ lässt die Betroffenen nicht mehr los und schwebt wie ein Damoklesschwert über ihren Köpfen. Diese Unsicherheit überfordert und zeigt sich meist auch in Form körperlicher Auswirkungen.

Die Stressfaktoren (auch Stressoren), welche diese Reaktion auslösen, hängen vor allem vom individuellen Empfinden des Betroffenen ab und können dementsprechend sehr vielfältig sein. Was sich der eine zu Herzen nimmt und als große emotionale Belastung wahrnimmt, ist für den anderen nichts weiter als eine normale Alltäglichkeit, die keiner besonderen Aufmerksamkeit bedarf – die Unterschiede sind hier sehr groß. Eines gilt jedoch in jedem Fall: Was Sie als psychische Belastung empfinden, ist auch eine psychische Belastung. Lassen Sie sich dabei nicht von den Meinungen anderer Menschen beeinflussen oder verunsichern – Sie müssen sich weder rechtfertigen noch mit anderen vergleichen, die ihre Probleme vermeintlich besser bewältigen. Im Vordergrund stehen allein Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden.

Aufgeregt, zerstritten, überfordert: Welche Stressfaktoren gibt es?

Da die Menge möglicher Stressoren sehr groß ist, werden sie in drei Gruppen eingeteilt, die

  • externalen,
  • internalen und
  • psychischen Stressfaktoren.

Sie alle münden im selben Ergebnis – körperlichem wie seelischem Stress und entsprechenden Symptomen – sind aber auf unterschiedliche Ausgangssituationen zurückzuführen.

Die externalen Stressfaktoren im Alltag

Externale Stressfaktoren bezeichnen Stressoren, die von außen auf den Menschen einwirken und von ihm kaum oder gar nicht zu beeinflussen sind. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Lärm
  • Kälte und Hitze
  • Schlafmangel
  • unerwartete Veränderungen
  • Verlust des Jobs
  • Überfälle, Angriffe oder andere körperliche Gewalt
  • Störungen, beispielsweise beim Lernen oder bei der Arbeit
  • viele Termine
  • Dienstreisen
  • Arztbesuche
  • fehlende Erholung
  • hohe Verantwortung für sich und für andere, sowohl beruflich als auch privat
  • Nahrungsmangel

All diese Faktoren können dazu führen, dass sich der Betroffene überfordert fühlt – er steht unter Stress, findet jedoch keinen Ausweg aus seiner Lage, weil er das Auftreten der Stressoren nicht beeinflussen kann. Hier kommt es daher vor allem darauf an, präventiv auf die Gegebenheiten einzuwirken: Bereiten Sie sich entsprechend auf mögliche Stressoren vor, schaffen Sie genügend freie Zeit zur Erholung, bringen Sie Struktur in Ihren Alltag und scheuen Sie sich nicht davor, mit anderen Menschen zu sprechen oder Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Sie sich überfordert fühlen.

Die internalen Stressfaktoren im Alltag

Der Begriff „internale Stressfaktoren“ beschreibt Stressoren, die an den Körper gebunden sind und von innen heraus für Stress sorgen. Sie umfassen zum Beispiel:

  • Infektionen
  • chronische Krankheiten
  • Schmerzen und chronische Schmerzen
  • Verletzungen
  • Entzündungen im Körper
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Schwankungen im Hormonhaushalt
  • geschwächte körperliche Verfassung

Daraus lässt sich leicht ablesen, dass nicht zwangsläufig ein bewusst wahrgenommenes Gefühl der Überforderung für Stress verantwortlich sein muss. Auch eine innere körperliche Überbeanspruchung, zum Beispiel des Immunsystems, kann Stress-Symptome zur Folge haben. In vielen Fällen äußert sich diese Belastung in Form von Erschöpfung, depressiven Verstimmungen und deutlich verringerter Belastbarkeit. Wichtig: Übergehen Sie diese Signale Ihres Köpers nicht einfach, sondern versuchen Sie, den Auslösern auf die Schliche zu kommen und so die Möglichkeit für eine passende Behandlung zu nutzen.

Die psychischen Stressfaktoren

Die psychischen Stressfaktoren sind Stressoren, die aus der persönlichen Wahrnehmung unserer eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten heraus entstehen. Das schließt unter anderem diese Beispiele ein:

  • Ehrgeiz
  • Perfektionismus
  • Angst vor der Zukunft
  • negative Gedanken
  • Sorgen (auch um andere Menschen)
  • Erwartungen, die sich nicht erfüllen
  • Lampenfieber
  • Redeangst und Angst vor einem Vortrag
  • Verlustangst

Meist stehen diese Faktoren allerdings nicht für sich allein. Sie treten in Verbindung mit einem Ereignis auf, das die Gefühle der Angst oder Überforderung auslöst oder verstärkt – zum Beispiel wird die Angst vor der Zukunft dann besonders stark sein, wenn der Verlust des Arbeitsplatzes bevorsteht oder eine chronische Erkrankung diagnostiziert wurde. Entscheidend ist es daher, als Betroffener die gesamte Lebenssituation miteinzubeziehen sowie Sorgen und Ängste ernst zu nehmen. Lernen Sie, mit diesen Gefühlen umzugehen und bemühen Sie sich um Methoden, die diese Emotionen in Schach halten können. Das wird wahrscheinlich nicht sofort klappen, auf Dauer aber in hohem Maße dazu beitragen, dass Sie sich nicht mehr so überfordert und belastet fühlen.