Burnout-Symptome im Überblick

„Habe ich Burnout?“ – eine Antwort darauf zu finden, ist meist nicht leicht. Vermeintlich Betroffene können jedoch gezielt auf einige Anzeichen achten, die typisch für eine mögliche Erkrankung sind. Dabei wird zwischen körperlichen Symptomen des Burnouts und seelischen Beschwerden unterschieden. Je nachdem, in welcher Phase des Burnouts sich Betroffene befinden, treten verschiedene Symptome auf. Teilweise ähneln diese denjenigen, die mit einem chronischen Erschöpfungssyndrom verbunden sind. Damit Sie nicht den Überblick verlieren, haben wir Ihnen die wichtigsten Informationen rund um die Symptome bei Burnout zusammengefasst.

Welche Anzeichen von Burnout sind typisch für die verschiedenen Phasen?

Burnout-Symptome bei junger Frau

Zunächst gibt es diejenigen Symptome, die sich über den gesamten Verlauf eines Burnouts ziehen. Dazu gehören allen voran eine dauerhafte Erschöpfung und Müdigkeit. Betroffene haben gewissermaßen verlernt, sich zu entspannen und finden daher keine Erholung mehr. Ebenso lassen sich aber Symptome von Burnout finden, die für eine bestimmte Phase der Erkrankung charakteristischer sind als für eine andere. Meist wird eine Burnout-Erkrankung in folgende Phasen eingeteilt:

Phase 1: Zu viel Engagement

Ein gängiges Burnout Anzeichen ist ganz zu Beginn der Erkrankung der Umstand, dass sich Betroffene förmlich in Arbeit stürzen – und nicht mehr richtig abschalten. Dabei kann es sich um den Top-Manager eines Unternehmens handeln, der versucht, alle Termine wahrzunehmen, von Besprechung zu Besprechung eilt und weit bis nach Feierabend geschäftlich erreichbar bleibt. Genauso ist es möglich, dass eine berufstätige Mutter, die sich um ihre Kinder kümmert und womöglich auch noch ihre Eltern pflegt, irgendwann an ihre Grenzen stößt. Deshalb sind gerade viele Frauen von den Symptomen von Burnout betroffen.

Zu viel Engagement äußert sich zum Beispiel dadurch, dass die betroffenen Personen nicht mehr zur Ruhe kommen, weil sie auch im Urlaub geschäftliche Mails lesen oder sich ständig Gedanken um die Probleme des Tages machen. In dieser ersten Phase ist die Belastung für den Körper daher sehr hoch. Eine wirkliche Erholung ist dann kaum noch möglich, da die Betroffenen eigene, ernstzunehmende Bedürfnisse, hintenanstellen. Die Folge, die früher oder später eintritt, ist eine Erschöpfung, die sich zum Beispiel als chronische Müdigkeit äußert und Betroffene deutlich weniger leistungs- und konzentrationsfähig macht. Weitere alarmierende Anzeichen sind ein nicht Schlafstörungen, die für eine unzureichende Regeneration des Körpers sorgen.

Wenn Sie solche Verhaltensweisen bei sich selbst über eine längere Dauer hinweg beobachten, können Sie durch geeignete Maßnahmen zur Burnout-Vorbeugung noch positiv auf Ihre Gesundheit einwirken. Beispielsweise helfen das Erlernen von Entspannungstechniken oder aber auch regelmäßiger Sport dabei, Stress abzubauen.

Phase 2: Auf Engagement folgt Distanzierung

In der zweiten Burnout-Phase schlägt die Euphorie und das Engagement ins Gegenteil um und seelische Symptome wie ein Gefühl zunehmender Frustration und Desillusionierung (falsche Auffassung von Tatsachen) sind typisch. Durch zu hoch gesteckte Ziele, die nicht mehr erreicht werden können, weil der Körper nicht mehr leistungsfähig ist, resultiert eine tiefgreifende Enttäuschung. Als Folge gehen Betroffene nun auf Abstand zu ihren eigenen Zielen und Idealen, aber auch oftmals zu Kollegen, Verwandten und Freunden. Meistens ist in dieser Phase auch das nachlassende Interesse an Dingen, die einem zuvor immer Freude bereitet haben, ein typisches Anzeichen für Burnout: Betroffene interessieren sich nicht mehr für ihre Mitmenschen und deren Probleme und haben Schwierigkeiten, ihnen zuzuhören.

Der Organismus reagiert in dieser Zeit des Burnouts nun vermehrt durch körperliche Symptome wie eine permanente Erschöpfung durch die anhaltenden Schlafschwierigkeiten. Auch sind vermehrte Magen-Darm-Beschwerden, die sich in Durchfall und vermehrtem Erbrechen äußern können, typisch.

Burnout-Phase 3: Emotionen im Überschuss

Die dritte Phase ist gekennzeichnet durch eine Emotionalisierung. In den meisten Fällen durchleben Burnout-Patienten dabei eine grundlegende Verhaltensänderung. In der Regel sind zwei verschiedene Muster zu beobachten

  • Depressiv-ängstlich: Dieses Muster äußert sich bei Betroffenen durch Anzeichen wie starke Schuldgefühle, reduzierte Selbstachtung, Selbstmitleid, unbestimmte Angst und Nervosität sowie eine geringe emotionale Belastbarkeit. Vor allem bei Frauen treten in dieser Phase des Burnouts zusätzlich noch Symptome wie verstärktes Weinen, eine innere Leere und Hilflosigkeit auf.
  • Aggressiv-gereizt: Dadurch, dass Betroffene immer müder und erschöpfter werden, unterliegen sie oftmals massiven Stimmungsschwankungen, wirken nervös, unruhig und sind leicht zu verärgern. Typische Burnout Anzeichen für dieses Muster sind zudem eine chronisch gereizte Stimmung bzw. eine schnelle Reizbarkeit, häufige Konflikte mit anderen, verstärktes Misstrauen gegenüber allem und jedem, Kompromissunfähigkeit, Ungeduld sowie eine negative Grundeinstellung.
Körperliche Symptome des Burnouts sind hier vor allem vermehrte Kopfschmerzen sowie Verspannungen im Bereich des Nackens und Rückens.

Phase 4: Abbau der Leistungsfähigkeit

In Bezug auf die körperlichen Symptome unterscheidet sich diese kaum von denen der vorherigen Phasen des Burnouts – aus der anhaltenden Schlaflosigkeit folgt eine dauerhafte Erschöpfung des gesamten Organismus, der sich durch Trägheit und Koordinationsschwierigkeiten bemerkbar machen kann.

Weitere deutliche Anzeichen für Burnout sind nun der Abbau der eigenen Leistungsfähigkeit: Komplexe Aufgaben zu lösen oder sich auf der Arbeit über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren, fällt vielen Betroffenen zunehmend schwer. Es schleichen sich im Berufsalltag vermehrt Fehler ein, die Arbeitsplanung wird unsystematisch und unorganisiert. Das fällt nicht nur dem Betroffenen selbst verstärkt auf, auch sein Umfeld erkennt nun oftmals eine eindeutige Veränderung. Als Folge davon ziehen sich Menschen, die an Burnout leiden nur noch mehr zurück und die Anzahl der Fehltage erhöht sich bei den meisten.

5. Phase von Burnout: Soziales Leben, ade

Diese Phase des Burnouts wird dominiert von einer puren Gleichgültigkeit, welche sich durch Anzeichen wie absolute soziale Abschottung bemerkbar macht. Betroffene beschäftigen sich in dieser Zeit ausschließlich mit sich selbst, ziehen sich innerlich zurück und wollen stets in Ruhe gelassen werden. Hobbys und andere frühere Interessen meiden Menschen in dieser Phase. Das Leben wird überwiegend von der eigenen negativen Gedankenwelt dominiert.

Phase 6: Unübersehbare körperliche und psychische Reaktionen

Auch wenn bereits in den vorherigen Phasen des Burnouts körperliche Symptome erkennbar waren, verstärken sich diese in der sechsten Phase nun deutlich. Da die körperlichen Anzeichen von Burnout meist die Folge der seelischen Belastungen sind, werden sie psychosomatische Reaktionen genannt. Die Bandbreite der Beschwerden ist groß. Im Wesentlichen zählen jedoch folgende dazu:

  • unzureichende Regeneration im Schlaf, bedingt durch Albträume oder Probleme beim Ein- oder Durchschlafen
  • Verspannungen, die sich vor allem durch Rücken- und/oder Kopfschmerzen äußern
  • eine höhere Anfälligkeit für Infektionskrankheiten, also Erkältungen, Grippe oder andere Erkrankungen durch ein geschwächtes Immunsystem
  • Störungen im Magen-Darm-Trakt verbunden mit Durchfällen und Erbrechen
  • hoher Blutdruck, Schmerzen im Brustbereich durch Dauerstress
  • sexuelle Unlust
  • veränderte Essgewohnheiten und damit einhergehend eine Gewichtszunahme oder -abnahme aufgrund von Heißhungerattacken (Frustessen) oder Appetitverlust
Häufig versuchen Betroffene, die Beschwerden wie Kopfschmerzen durch die Einnahme von Schmerzmitteln oder ähnlichem zu reduzieren und somit ihre Leistungsfähigkeit zu erhalten.

Burnout-Phase 7: Überforderung und Verzweiflung

Wenn ein Burnout nicht zielgerichtet behandelt wird, kann das in der letzten Phase zu einem Zustand purer Verzweiflung führen. Nichts scheint für den Betroffenen mehr Sinn zu machen, er fühlt sich absolut hilflos gegenüber sich selbst sowie seiner Situation. Eine Hoffnungslosigkeit macht sich breit. Um schwerwiegende Folgen wie Depressionen, Medikamentenabhängigkeit oder gar eine Psychose zu verhindern, sollte sofort professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden, sobald die ersten Anzeichen spürbar werden. Denn es gilt: Je früher man gegensteuert, umso wahrscheinlicher und leichter ist eine vollständige, uneingeschränkte Heilung.

Gleiche Symptome von Burnout und Erschöpfungssyndrom?

Manchmal fällt es selbst ausgewiesenen Spezialisten schwer, genau zu definieren, ob die Symptome der siebten Phase nun für ein Burnout oder doch ein chronisches Erschöpfungssyndrom sprechen. Nicht selten sind dabei die Grenzen fließend. Bei beiden ist nämlich ein dauerhafter Zustand der Erschöpfung und Müdigkeit mit einer schrumpfenden Leistungsfähigkeit verbunden, die sich in Form einer immer größer werdenden Antriebslosigkeit äußert. Betroffene reduzieren soziale Kontakte und Aktivitäten auf ein Minimum. Die Folge können schwere Depressionen sein. Spätestens in diesem Fall sollte man sich professionelle Hilfe suchen.

Dennoch gibt es einen entscheidenden Unterschied: Bei einem chronischen Erschöpfungssyndrom ist immer ein Prozess beteiligt, der das Immunsystem beständig reizt und zu einer Entzündung im Körper führt. Daher wird das Syndrom in den meisten Fällen von Krankheiten wie einem Reizdarm, diffusen Muskel- und Gelenkbeschwerden oder einer chronischen Erkältung begleitet. Bei dem Erschöpfungssyndrom beruht die Erschöpfung also auf einer langen Phase organischer und im Stoffwechsel verhafteter Probleme, während bei einem Burnout vor allem psychischer Stress die Ursache ist.

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