Schlaflosigkeit: Ursachen psychischer & körperlicher Art

Tick. Tack. Die Zeiger der Uhr bewegen sich immer weiter und weiter, doch der ersehnte Schlaf will sich einfach nicht einstellen? Mit Schlaflosigkeit hatte schon fast jeder zu kämpfen. In der Regel ist diese vorübergehend und daher kein Grund zur Sorge. Doch was, wenn sich die Schlaflosigkeit über Wochen zieht? Welche Ursachen können dahinterstecken?

    Auf einen Blick: Die Ursachen für Schlaflosigkeit

  • Stress
  • Lebenssituation, Umwelteinflüsse
  • psychische Erkrankungen wie Depressionen
  • körperliche Erkrankungen wie chronischer Schmerz (Rheuma)
  • Medikamente
  • Alkohol

Was ist Schlaflosigkeit?

Frau mit Einschlafproblemen schaut nachts auf die Uhr aufgrund von Schlaflosigkeit: Ursachen für die Insomnie

Schlaflosigkeit (Insomnie) gehört zu den Schlafstörungen und meint sowohl Probleme mit dem Ein- als auch Durchschlafen sowie zu frühes Erwachen. Wer länger als 30 Minuten zum Einschlafen benötigt, der kämpft mit Einschlafproblemen. Dem gegenüber charakterisiert sich eine Durchschlafstörung durch mehrmalige Wachphasen oder einem besonders frühen Erwachen. Die Symptome zeigen sich bei Insomnie mehr als dreimal die Woche.

Schlaflosigkeit: Ursachen Stress & kreisende Gedanken

Schlecht einzuschlafen, das kennt wahrscheinlich jeder. Viele Schlafstörer verschulden wir jedoch selbst: Wer abends zu schwer gegessen hat, hält seine Verdauung auf Trab und muss mit Schlaflosigkeit rechnen. Auch im Schlafzimmer selbst findet sich die ein oder andere Ursache für Schlaflosigkeit: beispielsweise eine zu weiche oder harte Matratze, die falsche Raumtemperatur oder eine unzureichende Abdunkelung des Raums.

Häufig sind es jedoch belastende Situationen in Beruf oder Familie, die das Gedankenkarussell zum Drehen bringen – und einem den Schlaf rauben. Stress gilt dabei als häufigste Ursache für Schlaflosigkeit. Dieser entsteht, wenn eine Situation als besonders bedrohlich, aber auch ungewohnt oder nicht zu bewältigen erscheint.

Vor allem unseren Vorfahren diente Stress dazu, das Überleben zu sichern – durch einen reflexartigen Angriffs- oder Fluchtmechanismus. Droht Gefahr, kommt es zu einer rasanten Aktivierung und Mobilisierung von Energie. Dann steht der gesamte Körper unter Anspannung. Dabei werden die Stresshormone Cortisol und Adrenalin ausgeschüttet, es folgen ein gesteigerter Blutdruck, das Herz schlägt schneller und die Muskeln spannen sich an. Innerhalb kürzester Zeit waren unsere Vorfahren kampf- oder fluchtbereit.

Noch heute behält sich unser Körper die Stressreaktion bei. Dabei kann Stress in so mancher Situation und vor allem kurzfristig gesehen auch Gutes bewirken: Wer sich beispielsweise einer großen Herausforderung gegenübersieht, erhält durch die Reaktion des Körpers das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben. Man kann somit von positivem Stress reden.

Allerdings ist Stress auf Dauer schädlich, denn der Körper sollte sich nach einer solchen Reaktion erst einmal erholen. Ist dies nicht möglich und die Stresssituation erstreckt sich über einen längeren Zeitraum, entsteht negativer Stress. Das kann wiederum zu Schlafproblemen führen. Einerseits kann der Körper nicht zur Ruhe kommen, andererseits denken viele Menschen abends beispielsweise über die unerledigten Aufgaben in der Arbeit oder anstehende Erledigungen für die Familie nach – die Gedanken kreisen.

Psychische Erkrankungen & Schlafstörungen: Ursachen Depressionen, Angststörungen & Co.

Unsere Psyche nimmt einen großen Einfluss auf den Schlaf. Wer unter Angsterkrankungen, Depressionen oder anderen schweren psychischen Krankheiten wie Demenz leidet, kämpft häufig auch mit Schlafstörungen.

Insbesondere eine Depression geht fast immer mit einer Beeinträchtigung des Schlafes einher. Dabei ist zwischen einer depressiven Verstimmung und einer echten Depression zu unterscheiden: Während erstere sich als vorübergehende Phase zeigt, beschreibt eine Depression eine anhaltende gedrückte Stimmung, die mit zahlreichen Beschwerden (körperlicher wie psychischer Natur) einhergeht. Betroffene sind antriebslos, erleben sich selbst als freudlos und klagen ebenfalls über körperliche Symptome, beispielsweise Appetitstörung oder Schlaflosigkeit.

Um Patienten mit Schlaflosigkeit helfen zu können, ist es wichtig, die Ursache dafür zu kennen. Denn es reicht in der Regel nicht aus, die Schlafstörung an sich zu behandeln, sondern es muss immer auch eine Therapie der zugrundeliegenden Ursache vollzogen werden. Stellt sich daher heraus, dass die Depression der Auslöser ist, ist diese zunächst zu behandeln. Dabei spielen sowohl die Verordnung von antidepressiv wirkenden Medikamenten als auch therapeutische Maßnahmen, beispielsweise kognitive Verhaltenstherapie, eine Rolle.

Schlaflosigkeit-Ursachen: Insomnie als Begleitsymptom von Krankheiten

Nicht immer ist eine belastende Lebensphase die Ursache für Schlaflosigkeit. Mitunter sind es auch körperliche Erkrankungen, die Schlafprobleme hervorrufen. Folgende Krankheiten nehmen häufig Einfluss auf den Schlaf:

  • neurologische Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Migräne oder Epilepsien
  • chronischer Schmerz, zum Beispiel bei Rheuma
  • chronische Nierenerkrankungen/Magen-Darm-Erkrankungen
  • chronische Infektionen
  • Herz- und Lungenerkrankungen
  • Polyneuropathien (Nervenschädigung)

In diesen Fällen können die Betroffenen meist aufgrund von Schmerzen oder Beschwerden wie Zittern oder Atemnot nicht schlafen. Stellt sich bei der Diagnose heraus, dass eine körperliche Erkrankung die Ursache für die Schlaflosigkeit ist, sollte diese zuerst behandelt werden. Häufig gehen mit Behandlung der Krankheit auch die Schlafprobleme zurück.

    Schlafstörungen in den Wechseljahren

    Hormonelle Veränderungen, wie sie typisch in den Wechseljahren (Klimakterium) bei Frauen sind, können ebenfalls für Schlafstörungen verantwortlich sein. Dabei ist es nicht allein die Hormonveränderung, einhergehend mit nächtlichen Hitzewallungen oder Schweißausbrüchen, sondern auch die psychischen Veränderungen, die vielen Frauen zu schaffen machen. Zukunftsängste und lebensverändernde Umstände, beispielsweise wenn die Kinder ausziehen, können für innere Unruhe oder Anspannung sorgen – und diese wiederum zu Ein- und/oder Durchschlafproblemen führen.

Schlaflosigkeit durch Alkohol und Medikamente

Ein kleiner Schlummertrunk soll ja wahre Wunder beim Einschlafen bewirken. Der Alkohol entspannt und beruhigt – gleichzeitig verringert er jedoch den Tiefschlafanteil und unterdrückt die REM-Schlafphase (Rapid Eye Movement). Die Folge: man schläft schlechter durch. Bei vermehrten Alkoholkonsum sind auch Albträume und früheres Erwachen möglich. Patienten mit Schlafstörung sollten daher auf Alkohol verzichten.

Eine weitere unterschätzte Ursache für Schlaflosigkeit sind bestimmte Medikamente. So können bei einigen Medikamentengruppen als Nebenwirkung recht häufig Schlafstörungen auftreten. Beispielsweise gibt es Substanzen, die eine zentral stimulierende Wirkung besitzen wie Amphetamine. Nicht immer ist ein Absetzen der Medikamente erforderlich, eine Änderung der Dosierung kann bereits eine Verbesserung des Schlafes bringen. Klären Sie dies unbedingt mit Ihrem Arzt.

Fazit: Der Ursache von Schlafstörungen auf der Spur

Unter Schlafstörungen hat schon fast jeder gelitten, allerdings sind die Gründe für nächtliches Herumwälzen und Aufwachen sehr unterschiedlich. Da ein gesunder Schlaf jedoch unerlässlich ist, um sich nicht müde und zerschlagen zu fühlen, muss die Ursache für die Schlafstörung bekannt sein. Warum? Nur so kann eine entsprechende Behandlung begonnen werden – und mit ihr der erholsame Schlaf zurückkehren.