Baldrian, Passionsblume, Johanniskraut und Lavendel – Heilpflanzen zur Beruhigung im Vergleich

Andere Heilpflanzen bei innerer Unruhe und Nervosität: Lavendel, Passionsblume, Johanniskraut & Co.
Eines haben Baldrian, Passionsblume, Johanniskraut und Lavendel gemeinsam: Sie sind Heilpflanzen, die bei Nervosität, innerer Unruhe und Schlafstörungen zum Einsatz kommen können. Worin liegen ihre Unterschiede?




Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen von Baldrian

Die Wirkung von Baldrian: Die Heilpflanze ist vor allem für ihre beruhigende und einschlaffördernde Wirkung bekannt. Daneben können Präparate auf Baldrian-Basis aufgrund ihrer angstlösenden Effekte auch vor Prüfungen oder anderen Stresssituationen zum Einsatz kommen. Sogar eine Entspannung der Muskeln ist dank baldrianhaltiger Badezusätze möglich. Mehr zur Wirkung von Baldrian.

Die Anwendung von Baldrian: Baldrian kann in verschiedenen Darreichungsformen rezeptfrei in der Apotheke oder Online-Apotheke erworben werden. Das Angebot umfasst Tabletten, Dragees, Tropfen, Säfte, Tees oder auch Badezusätze. Gemeinsam haben die Präparate, dass sie nicht sofort wirken, sondern in der Regel zwei Wochen lang eingenommen werden müssen, bis sie ihre volle Wirkung entfalten können. Baldrian-Produkte sind in der Regel ab zwölf Jahren geeignet.

Die Nebenwirkungen von Baldrian: Im Regelfall sind Präparate mit Baldrian gut verträglich. Leichte Magen-Darm-Beschwerden oder Schwindel sind jedoch möglich.

Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen der Passionsblume

Die Wirkung der Passionsblume: Der Passionsblume werden beruhigende, blutdrucksenkende und krampflösende Eigenschaften nachgesagt. Dadurch eignet sie sich als Behandlungsversuch bei Nervosität, Schlafproblemen, leicht erhöhtem Blutdruck oder nervösen Beschwerden im Bereich des Magen-Darm-Trakts.

Die Anwendung der Passionsblume: Die Passionsblume kann in Form von Tabletten, Kapseln, Tees sowie Trocken- oder Flüssigextrakten eingenommen werden. Sämtliche Präparate sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Die für Sie und Ihre Bedürfnisse angepasste Dosis erfragen Sie bitte bei Ihrem Arzt oder Apotheker.

Die Nebenwirkungen der Passionsblume: Präparate mit Passionsblume können zu niedrigem Blutdruck und Schläfrigkeit führen. Daher sind Sie nicht zur Einnahme vor einer Prüfung geeignet; auch das Autofahren sollte dann vermieden werden. Abzuraten ist von hochdosiertem Passionsblumen-Extrakt, denn hier kann sich die Wirkung umdrehen: Furcht, Schlaflosigkeit, ängstliche Spannungen und Herzklopfen sind möglicherweise die Folge.

Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen von Johanniskraut

Die Wirkung von Johanniskraut: Johanniskraut ist vor allem für seinen positiven Einfluss auf die Stimmung bekannt. Auch bei einer depressiven Verstimmung kann es nach Absprache mit dem Arzt eingenommen werden, um die psychische Verfassung zu verbessern. In Form von Öl (Rotöl) dient es auch der äußeren Anwendung bei Wunden, Verbrennungen, Muskelschmerzen, Verstauchungen und Prellungen.

Die Anwendung von Johanniskraut: Damit Johanniskraut wirken kann, muss es hochdosiert eingenommen werden. Dies gewährleisten fertige Präparate aus der Apotheke oder Online-Apotheke, in Form von Tabletten, Kapseln oder Dragees. Daneben ist Johanniskraut auch als Teezubereitung, Saft, Urtinktur oder Öl erhältlich. Johanniskraut sollte aufgrund der Wechsel- und Nebenwirkungen nicht in Eigenregie eingenommen werden, sondern nur in Absprache mit einem Arzt oder Apotheker.

Neben- und Wechselwirkungen von Johanniskraut: Die Einnahme von Johanniskraut kann allergische Reaktionen der Haut sowie Müdigkeit, Unruhe und Magen-Darm-Verstimmungen verursachen. Besonders bei sehr hellhäutigen Menschen besteht zudem die Gefahr einer erhöhten Hautempfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht.

Zudem sollten Sie mögliche Wechselwirkungen mit folgenden Medikamenten nicht außer Acht lassen:

  • Anti-Baby-Pille und andere hormonelle Verhütungsmittel
  • Antidepressiva
  • Mittel gegen epileptische Anfälle
  • bestimmte blutverdünnende Arzneimittel (vom Cumarin-Typ)

Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen von Lavendel

Die Wirkung von Lavendel: Lavendelblüten können strapazierte Nerven beruhigen, deshalb werden sie gerne bei Angstzuständen, innerer Unruhe, Nervosität, depressiven Verstimmungen und Schlafstörungen eingesetzt. Daneben hat Lavendel auch eine leicht stopfende Wirkung bei Durchfall.

Die Anwendung von Lavendel: Die Heilpflanze kann auf die verschiedensten Arten angewandt werden. Zur oralen Einnahme stehen Kapseln, Tabletten oder Tees beziehungsweise Teemischungen zur Verfügung. Cremes, Seifen, Lotionen und Shampoos dienen hingegen der Hautpflege. Lavendel duftet nicht nur herrlich, auch das Einatmen des Geruches kann schon beruhigend wirken: So gibt es auch Diffuser, Duftkerzen oder Duftsäckchen mit Lavendel, die beispielsweise im Schlafzimmer gut aufgehoben sind. Sämtliche Lavendel-Produkte erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke. Da insbesondere die Einnahme von Lavendel-Präparaten nicht für alle Lebensabschnitte (Schwangerschaft, Stillzeit, Minderjährige) geeignet ist, sollten Sie vor der Einnahme unbedingt die Packungsbeilage lesen.

Nebenwirkungen von Lavendel: Bei innerer Anwendung kann es zu Problemen im Verdauungstrakt, wie Verstopfung, Aufstoßen und Übelkeit, kommen. Pflegeprodukte mit Lavendel lösen unter Umständen Hautirritationen aus.

Fazit zu Baldrian, Passionsblume, Johanniskraut und Lavendel

Baldrian, Passionsblume, Johanniskraut und Lavendel haben gemeinsam, dass sie einen positiven Einfluss auf die Nerven nehmen. Im Vergleich zu synthetischen Beruhigungsmitteln tun sie das schonend: Die pflanzlichen Präparate brauchen ihre Zeit, bis sie Wirkung zeigen. In der Regel ist eine Einnahme von rund zwei Wochen nötig, um ein Ergebnis zu erzielen. Dafür haben Passionsblume, Johanniskraut und Co. den entscheidenden Vorteil, dass sie kein Suchtpotential bergen.

Welches Präparat das richtige für Sie und Ihre Bedürfnisse ist, müssen Sie selbst ausprobieren. Eine gute Wahl bei nervöser Unruhe und Schlafstörungen ist im Regelfall jedoch Baldrian, da seine Wirkung – im Vergleich zur Passionsblume – auch wissenschaftlich belegt ist.