Antriebslosigkeit: Symptome, Ursachen, Hilfe


Lustloser Mann gähnt während der Arbeit, weil er unter Antriebslosigkeit leidet

Antriebslosigkeit ist ein Zustand emotionaler und/oder körperlicher Erschöpfung. Betroffene sind lust- und kraftlos, fühlen sich zudem schlapp sowie von Müdigkeit übermannt und haben einfach keine Energie mehr. In der Folge fahren sie sämtliche Aktivitäten auf ein Minimum zurück – was die Leistungsfähigkeit noch zusätzlich verschlechtert. Ursachen für das Entstehen von Antriebslosigkeit gibt es viele. Doch welche sind das genau? Und wie lässt sich Antriebslosigkeit überwinden?


Überblick:


Zu welchen zusätzlichen Symptomen kommt es bei einer Antriebslosigkeit?

Menschen leiden unter anderem an diesen Beschwerden:

  • Müdigkeit
  • Trägheit
  • Gleichgültigkeit
  • Lustlosigkeit
  • fehlende Motivation
  • Passivität
  • Konzentrationsstörungen
  • Schlafstörungen

Es gibt also mehr als ein Symptom, das eine Antriebslosigkeit mit sich bringt. Zudem äußert sich das Problem bei jedem Menschen etwas anders. So kann sich der eine beispielsweise nur mit großer Mühe dazu überwinden, alltägliche Aufgaben zu erledigen. Der andere wiederum hat keine Lust mehr, sich mit Freunden zu treffen, obwohl er das früher gerne gemacht hat. 

Mögliche Ursachen einer Antriebslosigkeit

Mann ist gestresst von der Arbeit, weil er zu viele Aufgaben bewältigen muss, was Antriebslosigkeit verursachen kann

Dazu zählen zum Beispiel:

Manchmal ist eine Person auch antriebslos, wenn sie krank ist beziehungsweise sich eine Erkrankung anbahnt – oder dann, wenn die Krankheit schon überstanden, der Körper aber noch geschwächt ist.

Hintergrund: Beruflicher und privater Stress

Antriebslosigkeit ist keine Seltenheit. Denn meist ist sie eine direkte Folge von beruflichem oder privatem Stress. Unsere moderne Arbeitswelt verlangt uns einiges ab. Die ständige Erreichbarkeit via Arbeitshandy – auch außerhalb der regulären Geschäftszeiten – ist nur ein Ausdruck davon. Daneben muss noch die Familie versorgt und der Alltag organisiert werden. Nicht verwunderlich also, dass es uns irgendwann alles zu viel erscheint. Besonders dann, wenn keine Ruhepausen mehr für Körper und Geist eingehalten werden können.

Die Konsequenz: Es kommt zu einem großen Energieverlust und die zahlreichen Verpflichtungen werden aufgrund von Erschöpfung aufgeschoben. Aus diesem Grund ist es wichtig, bereits möglichst früh selbst aktiv zu werden und vorbeugend gegen Stress vorzugehen. Andernfalls kann sich die Anzahl der Symptome erhöhen und im Extremfall schlimmere und länger andauernde Krankheiten wie Burnout mit sich bringen.

Burnout – Fachärztin im Gespräch

Wann führt Stress zu Burnout? Welche Anzeichen gehen damit einher? Prof. Dr. med. Christiane Waller beantwortet im Interview Fragen rund um die Entstehung, Behandlung und Vorbeugung von Burnout.

Unzureichende Erholung als Ursache von Antriebslosigkeit

Für die eigene Gesundheit ist es unabdingbar, sich vom Stress des Alltags ausreichend zu erholen. Patienten mangelt es oftmals an:  

  • Maßnahmen zur Stressbewältigung wie Entspannungstechniken
  • Bewegung in der Freizeit beziehungsweise einem Sport als Ausgleich
  • ausreichend Schlaf (sechs bis acht Stunden pro Tag)1

Betroffene können oft nicht durchschlafen. Eine adäquate Regeneration ist dann kaum noch möglich. Müdigkeit und Erschöpfung machen sich bemerkbar. Umso wichtiger ist es, die Ursachen der Schlaflosigkeit zu ermitteln, damit diese behandelbar wird und dem Körper keine weitere Energie raubt.

Gut zu wissen bei Schlafstörungen

Mittel und Wege, einen erholsamen Schlaf zu erreichen, gibt es viele: Nehmen Sie bei Schlafstörungen zum Beispiel Baldrian ein, greifen Sie auf Hausmittel zurück oder lesen Sie sich unsere Tipps bei Einschlafstörungen durch.

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Seelisches Ungleichgewicht – ein weiterer Grund

Antriebslosigkeit ist nicht selten auch Folge von seelischen Belastungen der betroffenen Person. Man ist mit dem eigenen Leben aus vielen möglichen Gründen unzufrieden und mit der bestehenden Situation überfordert beziehungsweise hat Angst vor ihr.

In diesen Fällen sitzt die Ursache der Antriebslosigkeit bereits etwas tiefer und kann Ausdruck einer psychischen Erkrankung wie einer Depression oder Angststörung sein. Hier ist der Gang zum Arzt unabdingbar. Er tastet sich an die Wurzel des Problems heran und erarbeitet zusammen mit dem Patienten Möglichkeiten, Energie und Lebensfreude zurückzugewinnen.  

Aha!

Ein guter erster Ansprechpartner bei belastenden Anzeichen wie Müdigkeit, Lustlosigkeit, fehlender Motivation oder Passivität ist im Übrigen der Hausarzt. Bei Bedarf kann dieser seinen Patienten an einen Neurologen (spezialisiert auf Erkrankungen des Nervensystems), Psychiater (Facharzt für psychische Krankheitsbilder) oder Psychotherapeuten (therapiert psychische Beschwerden) überweisen.  

Nähstoffmangel: Durch welchen kommt es zur Antriebslosigkeit?

Zu den denkbaren Ursachen zählt zum Beispiel ein Mangel an:

  • Eisen
  • Vitamin D
  • Vitamin B12
  • Folsäure

Wenn ein Verdacht auf einen Nährstoffmangel vorliegt, können Sie beispielsweise bei Ihrem Hausarzt ein sogenanntes großes Blutbild machen lassen. Der Experte erkennt daran, ob sich etwa zu wenig Eisen in Ihrem Körper befindet.

Interessant

Es gibt Personen, bei denen eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hormondrüse am Hals) Verursacher der Antriebslosigkeit ist. Eine Möglichkeit zum Beurteilen der Schilddrüse ist für Mediziner das Blutbild eines Patienten.

Was tun gegen Antriebslosigkeit?

Um neue Lust am Leben zu finden, gibt es unter anderem diese Möglichkeiten:

Am besten versuchen Betroffene selbst aktiv zu werden, um wieder mehr Energie in ihr Leben zu bringen. Doch gerade, wenn eine Person ständig antriebslos ist, fällt ihr das besonders schwer. Zögern Sie also nicht, Familie und Freunde oder einen Arzt um Hilfe zu bitten. Auch eine unterstützende Behandlung mit Medikamenten oder pflanzlichen Arzneimitteln ist möglich. Welche Behandlungsmaßnahme empfehlenswert ist, kommt ganz auf den Patienten an. In der Regel hilft der behandelnde Arzt bei der Wahl einer geeigneten Therapiemethode.

Was kann man selbst gegen Antriebslosigkeit machen?

Zu den zentralen Punkten gehören:

  • eine gesunde Ernährung (ausgewogen und vitaminreich)
  • Sport treiben (jede Sportart, die Ihnen guttut, empfiehlt sich)
  • viel Zeit an der frischen Luft verbringen (dafür förderlich können beispielsweise Rituale sein, wie jeden Abend einmal um den Block laufen)
  • entspannen (etwa mit Entspannungstechniken wie Meditation oder Yoga)
  • genug trinken (mindestens die täglich empfohlene Menge für Erwachsene von 1,5 Litern2)
  • ausreichend schlafen (circa sechs bis acht Stunden am Stück1)

Da Antriebslosigkeit nicht nur den einen bestimmten Entstehungsgrund hat, gibt es auch mehrere Methoden, wie Betroffene gegen sie vorgehen können. Die oben genannten Punkte sind Eckpfeiler, die Patienten versuchen sollten zu beherzigen – auch, wenn es manchmal Überwindung kostet. Sowohl für den Fall, dass eine Antriebslosigkeit bereits besteht, als auch, um schwerwiegenden Erkrankungen wie Burnout vorbeugen  zu können.

Wissenswertes zum Thema Ernährung 

Gesunde Ernährung ist eine gute Hilfe bei Antriebslosigkeit

Antriebslosigkeit ist nicht selten bedingt durch eine falsche Ernährung. Daher ist es eine potenzielle Hilfe für den Körper, auf eine ausgewogene Zusammensetzung der Lebensmittel zu achten. Vitamine und Eisen sollten daher Bestandteil der täglichen Nahrung sein. Vitamine sind vor allem in Obst und Gemüse enthalten, Eisen zum Beispiel in Hülsenfrüchten, Kürbiskernen oder Pistazien.

Sport zu treiben – oder sich generell ausreichend zu bewegen – gehört zu den bewährten Maßnahmen gegen Müdigkeit, Trägheit, Passivität und Co. Findet die Bewegung dazu noch an der frischen Luft und bei Sonnenschein statt, ist dies oftmals die ideale Prophylaxe und ein effektives Mittel zum Eindämmen der Lustlosigkeit. Der Beitritt zu einem Sportverein kann dabei helfen. Denn die regelmäßige Bewegung fällt manchen Menschen durch das gemeinschaftliche Sportmachen etwas leichter. 

Stress im Beruf oder auch privater Stress tragen häufig zu einer Verschlimmerung des seelischen Zustands und damit zur Antriebslosigkeit bei. Umso wichtiger ist es, für Entspannung zu sorgen. Neben den bereits beschriebenen Wegen, lässt sich dies ebenso durch spezielle Entspannungstechniken – beispielsweise autogenes Training oder Yoga – erreichen. Solche Maßnahmen sollen den Körper mit mehr Energie versorgen, die Muskulatur stärken und damit die Belastbarkeit in stressigen Alltagssituationen erhöhen. Einen Versuch ist es also definitiv wert.

Falls Sie zu den Personen zählen, die viel sitzen und bei denen die Bewegung häufig zu kurz kommt, ist es wichtig, zumindest ausreichend viel Flüssigkeit – am besten in Form von Wasser – zu sich zu nehmen. Denn fehlt im Körper Wasser, sind die Organe nicht in der Lage, optimal zu arbeiten. Bei Einschränkungen drohen Ermüdung und Antriebslosigkeit.

Last, but not least ist mangelnde Regeneration ein wesentlicher Entstehungsgrund der Beschwerden. Dauerhaft weniger als sechs Stunden Schlaf pro Tag reichen meist nicht aus, um die Strapazen des Alltags zu kompensieren.1 Sollten Sie unter Einschlafstörungen oder Durchschlafstörungen leiden, können Hausmittel oder auch pflanzliche Wirkstoffe wie Baldrian helfen.

Wie kann man einem Menschen helfen, der unter extremer Antriebslosigkeit leidet ?

Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es leider nicht, da jeder Betroffene anders ist. Bewährt hat sich jedoch Folgendes:

  • den Kontakt pflegen
  • sich Zeit für den anderen nehmen
  • gemeinsame Unternehmungen machen

Den Personen, die an Erschöpfung leiden beziehungsweise ständig müde und lustlos sind, kann es manchmal helfen, wenn sie merken, dass andere Menschen gerne Zeit mit ihnen verbringen möchten. Gemeinsame Aktivitäten wie Ausflüge oder Restaurantbesuche, die dem Leidenden Freude bereiten, haben oftmals das Potenzial dazu, neue Energie in ihm freizusetzen.

Antriebslosigkeit: Welche Medikamente?

Abhängig von der Ursache und nach Absprache mit einem Mediziner kommen unter anderem diese zum Einsatz:

  • Psychopharmaka (beeinflussen Gehirnabläufe zur Veränderung der psychischen Stimmung; beispielsweise Antidepressiva)
  • Schilddrüsenhormone
  • Vitamin- und Eisenpräparate

Sollte das Leiden längerfristig bestehen, macht das den Gang zum Arzt in der Regel unausweichlich. Dieser kann den Symptomen auf den Grund gehen und bei Bedarf Medikamente verschreiben. So werden tiefsitzende Gründe wie seelische Erkrankungen – etwa eine Depression oder Burnout – zum Beispiel unterstützend mit verschreibungspflichtigen Psychopharmaka wie Antidepressiva behandelt.

Auch eine bestehende Schilddrüsenunterfunktion können Patienten beispielsweise durch die Einnahme von Schilddrüsenhormonen ausgleichen. Ähnliche Präparate gibt es für die Zufuhr von eventuell fehlenden Vitaminen und Eisen.

Spannend

Neben dem Einsatz von Medikamenten hat der Mediziner ebenso die Möglichkeit, bestimmte Therapien in Gang zu setzen. Eine Psychotherapie oder eine Lichttherapie (therapeutisches Bestrahlen eines Patienten mit einer Tageslichtlampe) sind nur zwei davon, bieten sich aber gleichermaßen als denkbare Hilfen an.

Jan Henkel
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Regina Lopes Bombinho Brandt
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